10 jähriges Jubiläum der Realschule Winterlingen mit der Partnerschule in Izbica/ Polen
Seit 1999 unterhält die Realschule Winterlingen eine Partnerschaft mit dem Lizeum in Izbica im Südosten Polens, in der Nähe von Lublin. Seither fand regelmäßig ein gegenseitiger Schüleraustausch statt und so konnte man in diesem Jahr bereits das 10jährige Jubiläum in Polen feiern. Wegen diesem Anlass wurde die Winterlinger Schülergruppe aus der Klasse 9 nicht nur von den Organisatoren Frau Oswald und Herrn Gauggel begleitet, sondern auch der Schulleiter, Herr Kleiner, machte sich mit auf die lange Reise in unser östliches Nachbarland. Es ist nach wie vor sehr selten, dass Schulen aus westlichen Ländern eine Schulpartnerschaft mit einer polnischen Schule begonnen haben.
Wie immer waren die deutschen Schülerinnen und Schüler bei polnischen Gastfamilien untergebracht und konnten so unmittelbar den polnischen Alltag in den Familien erleben. Für die lange Anreise mit Flug, Bahn- und Busreise wurde die deutsche Gastgruppe mit einem interessanten Besichtigungs- und Ausflugsprogramm überrascht.
Ein Besuch mit Führung in der zum Weltkulturerbe zählenden Stadt Zamosc, dem „Padua des Nordens“ wie es bezeichnet wird durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen, zumal diese vor 400 Jahren als ideale Stadt geplante Siedlung nicht weit von Izbica entfernt ist. Weiter führte eine gemeinsame Exkursion bis an die Grenze zur Ukraine, in den dortigen Nationalpark Roztocze mit seinen herrlichen Waldlandschaften und den alten traditionellen kleinen Dörfern mit den bunten Holzhäusern. Dabei gab es als besonderes Erlebnis unter anderem eine ausgedehnte Kutschenfahrt mit Pferdegespannen durch die ursprüngliche Landschaft
Die Tour führte in den Süden bis zum Vernichtungslager Belzec, einem der größten Friedhöfe der Welt, wo heute ein neues Museum und eine Gedenkstätte an die unzähligen ermordeten Menschen während der Nazizeit erinnern.
In diesem Vernichtungslager ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Winterlinger Bürgerin jüdischer Abstammung, Selma Burkhart, ermordet worden.
Ein weiterer Ausflug führte die Gruppe nach Norden in die größte Stadt im Südosten Polens, nach Lublin. Ein Besuch der prächtig renovierten Altstadt mit dem vorgelagerten Schloss, den vielen kleinen Geschäften in den engen Gassen durfte nicht fehlen. Aber auch hier stieß man auf die leidvollen Spuren der Vergangenheit beim Besuch des KZ Majdanek wenige Kilometer vor Lublin. Die riesigen Ausmaße dieses Lagers mit den noch original erhaltenen Baracken Gaskammern und Krematorien lassen auch noch heute die Schrecken jener Zeit erahnen. In einem gigantischen Mausoleum ist dort der Ascheberg der Ermordeten für die Besucher sichtbar als ein ewiges Zeichen der Mahnung und des Nachdenkens. Es tat danach richtig gut in das in Polen sehr bekannte Künstlerstädtchen Kazimierz Dolny im Tal der Weichsel zu kommen, wo täglich viele heimische Produkte der Bildhauer und Maler aber auch Kulinarisches angeboten werden. Eine romantische Schifffahrt auf der Weichsel war ein weiterer Höhepunkt der Reise. Beeindruckt waren alle Teilnehmer erneut von der großen Gastfreundschaft, die überall deutlich zu spüren war und alle freuen sich jetzt schon auf das Wiedersehen auf der Alb in einem Jahr.
|